Franz Schubert:
Franz Schubert:

(dawa) Wohl jeder Sänger, der etwas auf sich hält, strebt irgendwann im Lauf seiner Karriere, sich an Schuberts Liedzyklen zu definieren. So auch der heimische Bariton Klemens Sander: Nach dem "Schwanengesang" widmet er sich aktuell seinem ganz persönlichen Zugang zur berühmtesten Wanderpartie der Musikgeschichte. Franz Schuberts D 795, "Die schöne Müllerin", mag nur so vor erfrischend biedermeierlichen Melodien strotzen. Wilhelm Müllers schon zur Entstehungszeit des Zyklus (1823) zeitlos schönen Verse vom unglücklich liebenden Müllersburschen reißen auch in dieser Einspielung mit. Und wieder herrschen Harmonie sowie scheinbarer Wohlklang vor. Doch das eigentlich romantische Vermächtnis der Liedperlen gelangen dem Oberösterreicher und der Pianistin, Ehefrau Uta Sander. In bester Diktion erlebt man das tiefsinnige, gefühlsbetonte Werk als echtes Auf und Ab einer Beziehung. Oder eben keiner Beziehung: Die gesamte Ausweglosigkeit des in seiner Liebe unerhörten Wanderers wird offensichtlich. Ihm bleibt fast logischerweise nur Baches Ruh. Was für ein inniger Dialog.

Franz Schubert: Die schöne Müllerin. Ars Produktion, 1 CD, ca. 18 Euro.