2009 taten sich der Gitarrist und Sänger Ripley Johnson und die Keyboarderin Sanae Yamada zusammen und gründeten das Moon Duo. Während Mister Johnson mit seiner Stammband Wooden Shjips einer schmissigen Interpretation von Garagenrock mit hohem Psychedelic-Anteil huldigt, versucht er sich zusammen mit seiner Partnerin an einem von überflüssigen Extras befreiten Psychedelic Rock, der zwischen Minimalismus, repetitiver Monotonie, hypnotischem Shoegazing und Krautrock- und Dark-Wave-Touch eine feine Balance zu finden trachtet.

Drei Alben lang gelang es dem Duo auf bemerkenswerte Art und Weise, mit einfachen Mitteln große Wirkung zu erzielen. Skelettierte Kompositionen, eine monotone Beatbox und verschleppte Synthie-Figuren, dazu eine Dröhnung mit Hall und Distortion: perfekt war eine Soundlandschaft, die ihre süchtig machende Wirkung in erster Linie aus minimaler Veränderung und dem Flow hypnotischer Soundschleifen bezog.

Vor der Produktion ihres vierten Studioalbums, "Occult Architecture Vol. 1", zog sich das Moon Duo in eine verlassene Waldlandschaft zurück und beschäftigte sich intensiv mit okkulter (Aleister Crowley!) und esoterischer Literatur sowie mit asiatischer Philosophie. Das Spiel der entgegengesetzten, aber aufeinander bezogenen Kräfte und Prinzipien faszinierte die Band besonders. Yin und Yang, Tag und Nacht, hell und dunkel.

So überrascht es nicht, dass das aktuelle Album mit seinem Blick auf das Yin (die dunkle Seite) eine spirituell-okkulte Aura verströmt und bewusstseinserweiternde Studien der Dunkelheit das gedankliche Zentrum der sieben Songs bilden. Eine düstere, fast schon klaustrophobische Stimmung rückt in den Vordergrund, während die raffiniert zelebrierte Psychedelik ein wenig in den Hintergrund tritt. Ein zweites Album - "Occult Architecture Vol. 2" - ist geplant und soll sich dann dem Yang (der hellen Seite) widmen.