Ob sich Lukas Lauermann auf den deutschen Komponisten Helmut Lachenmann und dessen Cellostück "Pression" bezieht, wenn er auf seinem Solodebüt "How I Remember Now I Remember How" eine "Sterile Pression" in gleich neunfacher Ausformung zum Besten gibt, ist weder überliefert noch ausgeschlossen. Immerhin findet man auch in Lauermann einen Freund des damit einst im fernen Jahr 1970 kultivierten alternativen Instrumentengebrauchs und der neuen Spieltechniken. Lauermann, Jahrgang 1985, hat bereits Bühnen- und Filmmusik geschrieben und reicht so auch hier mitunter auf das Geräusch Live am 27.9. im Wiener TAG.fokussierte Miniaturen im Dienst der Atmosphäre, die an einer Stelle zu nervös-aufgeriebener Horrorhochform auflaufen.

Andererseits kennt man den gebürtigen Wiener als äußerst umtriebigen Arrangeur für zahllose Acts wie nicht zuletzt Anja Plaschg alias Soap&Skin, an die man sich erinnert fühlt, wenn moor-sumpfige Streicherelegien für Gemütsschwere sorgen - und doch noch eine Ahnung von Licht spürbar bleibt.