Genf. Forschern der Uni Genf ist es gelungen, menschliche Bauchspeicheldrüsenzellen so umzuprogrammieren, dass sie in Reaktion auf Glukose Insulin produzieren. Eingepflanzt in Mäuse mit Typ-1-Diabetes normalisierten diese Zellen den Blutzuckerspiegel der Tiere und milderten die Diabetes-Symptome, berichten sich im Fachblatt "Nature".

Das Team um Pedro Herrera hatte schon in früheren Studien nachgewiesen, dass Bauchspeicheldrüsenzellen in Mäusen den Job wechseln können. In Tieren, die keine Insulin-produzierenden Beta-Zellen mehr besitzen, übernehmen vereinzelt andere Zellen deren Aufgabe. Ob dies auch beim Menschen möglich ist, war bisher unklar. Die umprogrammierten Zellen produzierten auch sechs Monate nach der Transplantation Insulin, wenn der Blutzuckerspiegel anstieg. Entfernten die Forscher die Zellen jedoch wieder, erkrankten die Mäuse erneut an Diabetes. Die Ergebnisse schüren Hoffnung auf neue Therapien. Bis dahin sei es aber noch ein weiter und schwieriger Weg, warnen die Forscher. Es müsse erst eine sichere Methode gefunden werden, die entsprechenden Zellen umzuprogrammieren, ohne dabei andere Zellen negativ zu beeinflussen, so Herrera.

Der Machbarkeitsbeweis, dass menschliche Zellen sich so umfunktionieren lassen, hat noch weitreichendere Bedeutung: Ähnliche Prinzipien könnten auch für andere Zellen des Körpers gelten und neuen Therapieansätzen den Weg ebnen. Zum Beispiel für die Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen wie Alzheimer, bei denen ebenfalls bestimmte Zellen zugrunde gehen.