Bad Arolsen. Das Archiv des Museums Auschwitz-Birkenau erhält einen direkten Zugriff auf die Datenbank des Internationalen Suchdienstes im hessischen Bad Arolsen. Mit dem Zugriff auf die nach Angaben des Suchdienstes größte Datenbank von NS-Opfern soll den Mitarbeitern der Gedenkstätte mehr Wissen über Namen und Schicksale der Häftlinge im größten deutschen Vernichtungslager zugänglich gemacht werden.

Dadurch könnten mehr Informationen über die Arbeit der Häftlinge und die Transporte zwischen verschiedenen Lagern ermittelt werden, hoffte Wojciech Plosa, Leiter des Museumsarchivs Auschwitz-Birkenau. Floriane Azoulay, Direktorin des Suchdienstes, sagte laut einer Mitteilung vom Dienstag, sie hoffe, das Projekt könne Familienangehörigen von Verfolgten mehr Wissen und Gewissheit geben.

Die Nationalsozialisten ermordeten in Auschwitz-Birkenau mindestens 1,1 Millionen Menschen. Die meisten der Opfer waren Juden, andere waren Polen, sowjetische Kriegsgefangene, Homosexuelle, Roma und Sinti. Die Gedenkstätte Auschwitz hat den Angaben zufolge derzeit Informationen zu mehr als der Hälfte der 400.000 bei ihrer Ankunft in Auschwitz-Birkenau registrierten Häftlinge. Der weitaus größte Teil jüdischer Männer, Frauen und Kinder wurde nicht im Lager registriert, sondern direkt von der Rampe in die Gaskammern gebracht und ermordet.