Tempe/Wien. (est/gral) Forscher wollen nicht länger dabei zusehen, wie das Eis am Nordpol Jahr für Jahr dahinschmilzt. Stattdessen wollen sie sich aktiv einbringen und präsentieren einen schier verrückt wirkenden Plan: Sie wollen die Arktis neu einfrieren. Zehn Millionen windbetriebene Pumpen sollen dafür sorgen, dass ein permanenter Sprühnebel an Meerwasser das Meereis wieder zum Anwachsen bringt, berichten die Wissenschafter um Steven Desch von der Arizona State University im Open Access-Journal "Earth’s Future".

Die Zeit um 17 Jahre zurückdrehen


"Die einzige Strategie gegen den Klimawandel besteht derzeit darin, weniger fossile Rohstoffe zu verbrennen", sagt Desch zur britischen Zeitung "The Guardian": "Aber wir brauchen viel mehr, damit das Eis in der Artis nicht abschmilzt." Derzeit sei die Nordpol-Eisdecke im Durchschnitt eineinhalb Meter dick. "Ein Meter mehr im Winter wäre so, als würden wir die Zeit um 17 Jahre zurückdrehen, es würde viel helfen", so der Geologe. Da eine dickere Eisdecke länger hält, würde sie während des arktischen Sommers nicht abschmelzen.

Doch wie viele windbetriebene Pumpen wären nötig? Die Forscher präsentieren schwindelerregende Zahlen. Um die gesamte Artis neu einzufrieren, würden 100 Millionen Geräte gebraucht, deren Herstellung je eine Tonne Stahl benötige. Die USA erzeugen derzeit jährlich 80 Millionen Tonnen der Legierung, weltweit sind es 1,6 Milliarden Tonnen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Wissenschafter unkonventionelle Methoden zur Rettung der Pole als Reaktion auf die menschegemachte Erderwärmung präsentieren. Zuvor wurde vorgeschlagen, die Arktis weißer zu färben, damit sie mehr Sonnenlicht ins All reflektiert, sowie künstliche Wolken zu schaffen, damit weniger Hitze den Boden erreicht.