Wien. Mit Hilfe der Entwicklung einer Forschungsgruppe der Technischen Universität Wien könnte man künftig etwa in Wien eine Wohnung in London, Paris oder Berlin dreidimensional und live besichtigen. Mit dem neuen System werden virtuelle Umgebungen erstmals in Echtzeit erstellt, hieß es am Montag. Das sei auch bei Katastropheneinsätzen interessant.

Um die 3D-Räume aufzubauen, braucht es eine Person am Ort des Geschehens und eine weitere Person an einem beliebigen anderen Ort. Die Kernstücke der von der Virtual-Reality-Forschungsgruppe um Annette Mossel entwickelten Innovation bilden eine handelsübliche Kamera, mit der die begehende Person Tiefeninformationen aufzeichnet, eine Internetverbindung, mit der die gesammelten dreidimensionalen Informationen übertragen werden, sowie eine handelsübliche 3D-Brille, mit der die virtuelle Welt andernorts aufgebaut werden kann. Die Forscher entwickelten ein Programm, das die Übertragung der Information und den Aufbau der 3D-Welt managt.

Auf diese Weise könne man sich viel anschaulicher ein Bild über fremde Räume machen, als das mit dem Betrachten eines Fotos oder eines 3D-Modells am Computer bisher möglich war. Auf dem Weg zum fertigen Produkt seien allerdings noch einige Schritte nötig. Die Anwendungsfelder sind aber schon abgesteckt: So könnte ein Roboter an Katastrophenorten die Umgebung digital aufnehmen. Das würde eine gefahrenlose Besichtigung des Einsatzortes ermöglichen. In der Ausbildung könnten zudem Einsätze realitätsnah simuliert werden.