New York/Wien. (gral) Weltweit dürfte ein Drittel der vom Menschen als geschützt geltenden Gebiete einer aktuellen Studie zufolge vom Menschen bedroht sein. Dabei handelt es sich um eine Fläche von etwa sechs Millionen Quadratkilometern - etwa zwei Drittel der Fläche Chinas -, wie Wissenschafter der University of Queensland, der Wildlife Conservation Society und der University of Northern British Columbia im Fachblatt "Science" berichten. Verursacht wird die Zerstörung durch Straßenbau, Landwirtschaft und Verstädterung.

Die Studie zeigt, dass genau jene Regionen, die dafür gedacht sind, dem Verlust der Biodiversität entgegenzuwirken, nicht genügend bewacht werden. Die letzte globale Beurteilung des Einflusses menschlicher Aktivitäten hatte im Jahr 1992 stattgefunden. In einer Zeit, in der sich das Ausmaß der zu schützenden Gebiete nahezu verdoppelte. Doch damals war das Vorhandensein von Straßen und Wasserstraßen und anderen menschengemachten Elementen nicht mitberechnet worden, betonen die Forscher um Kendall R. Jones von der University of Queensland.

Zehn Prozent komplett frei

"Wir haben Autobahnen, industrielle Landwirtschaft und ganze Städte innerhalb jener Grenzen auf Gebieten entdeckt, wo wir davon ausgegangen waren, dass diese für den Naturschutz vorgesehen sind", so der Forscher. Lediglich zehn Prozent der Fläche seien ohne jegliche menschliche Aktivität geblieben. Diese Areale liegen allerdings vorwiegend in hohen Breitengraden der nördlichen Hemisphäre wie Russland oder Kanada.

Die Forscher fordern die Regierungen daher weltweit dazu auf, die Erhaltung ihrer geschützten Gebiete ernst zu nehmen.