Washington/Wien. Entscheidun-gen, die wir mit dem Bauchgefühl treffen, scheinen wesentlich nach-haltiger zu sein, wie wenn ledig-lich die Logik ihre Finger im Spiel hat. Vorhaben werden demnach viel eher auch tatsächlich umge-setzt. Entscheidet sich ein Mensch aus einem guten Gefühl heraus dafür, künftig mehr Sport zu betreiben, so wird er an sei-nem Plan konsequenter festhal-ten, berichten Forscher der Ame-rican Psychological Association im Fachblatt "Emotion".

Die wahre Identität

In einer Serie an Experimenten mit insgesamt 450 Teilnehmern mussten die Probanden zwischen ähnlichen Objekten wählen - et-wa zwischen unterschiedlichen DVD-Playern, Kaffeehäferln, Woh-nungen oder Restaurants. In je-dem der Punkte waren die Ver-suchsteilnehmer dazu aufgefor-dert, ihre Entscheidung entwedert abwägend mit dem Kopf oder in-tuitiv mit dem Bauch zu treffen.

Personen, die intuitiv gehan-delt hatten, waren der Studie zu-folge davon überzeugt, dass die Entscheidung ihrer wahren Iden-tität entspricht. Sie waren von ih-rer Wahl auch wesentlich über-zeugter und standen dazu. Hatte sich ein Proband für eine Sache aus dem Bauch heraus entschie-den, dann sprach er auch wesent-lich mehr Empfehlungen anderen gegenüber aus. "Das lässt vermu-ten, dass der Fokus auf das Ge-fühl gerichtet nicht nur Einstel-lungen verändert, sondern auch das Verhalten", erklärt Sam Mag-lio von der University of Toronto.

"Haben Menschen Entschei-dungen zu treffen, müssen sie sich nicht nur über das Was, son-dern auch über das Wie Gedan-ken machen", betont der Forscher. Steckt Gefühl dahinter, sei die Wahl beständiger und für die Per-son selbst auch wichtiger und wahrer, heißt es in der Studie.