Wien.

Die neuen Tablet-PCs aus dem Hause Sony sollen Apples iPad das Fürchten lehren. Die bisherigen Initiativen waren nicht von Erfolg gekrönt, man wird sehen ob es diesmal klappt.
Die neuen Tablet-PCs aus dem Hause Sony sollen Apples iPad das Fürchten lehren. Die bisherigen Initiativen waren nicht von Erfolg gekrönt, man wird sehen ob es diesmal klappt.
Zwar war kein einziges iPad zu sehen, dennoch waren diese heute, Montag, bei der Präsentation der neuen Sony Tablets in Wien sehr präsent. Denn seit Apple diese Geräte erfunden hat, muss sich jede Neuentwicklung damit messen. Sony versucht, mit viel High Tech und innovativen Funktionen zu punkten, muss sich aber in Sachen intuitiver Bedienung und qualitativer Anmutung dem iPad geschlagen geben.

Ab Ende September werden die neuen Tablets auch in Österreich in den Handel kommen - zunächst nur in der Wi-Fi-Version, ab Mitte November auch als 3G. Das als innovativ angepriesene Design in Keilform ist tatsächlich optisch und haptisch gewöhnungsbedürftig. Es ähnelt ein wenig einem umgeknickten Buch und man ertappt sich immer wieder dabei, dass man es gerne zuklappen möchte. Allerdings erleichtert dies die Bedienung, sobald es auf einer ebenen Fläche abgelegt wird.

Weniger elegant: Kunststoff-Gehäuse
Hält man das Tablet S in der Hand, überrascht das geringe Gewicht (598 Gramm) des 9,4 Zoll großen Geräts. Allerdings wird dies durch ein Gehäuse aus Kunststoff "erkauft", dem die Eleganz des matten Aluminiums eines iPads abgeht, das auch nur drei Gramm (Wi-Fi) mehr wiegt. Dafür gibt es einen SD-Karten-Slot und eine USB-Schnittstelle, beides hinter einen billig wirkenden Plastikabdeckung verborgen - aber immerhin vorhanden.

Sony lobt sein Display in höchsten Tönen, sowohl was die Auflösung (WXGA 1280x800) als auch die Touch-Fähigkeiten betrifft. Ersteres stimmt tatsächlich und hier spiegelt auch nichts, doch je mehr Fingerabdrücke das Gerät "zieren", desto mehr bleibt man picken und muss manche Gesten wiederholen, bis es tatsächlich klappt. Der Akku soll übrigens sieben bis acht Stunden durchhalten.

Etwas wirklich Neues ist die "Throw"-Funktion: Fotos, Videos und Bilder finden mit einem einfachen Wischer den Weg auf DLNA-fähige Fernseher oder andere kompatible Geräte, sofern diese aus dem Hause Sony stammen. Auch die Qualität der Videos konnte durchaus überzeugen. Auf die TV-Geräte anderer Marken kann man via Infrarot-Schnittstelle zugreifen und so sein Tablet wenigstens als Fernbedienung nutzen. Bluetooth ist eine weitere Möglichkeit, sich mit anderen elektronischem "Spielzeug" zu verbinden.

Tablet S läuft unter Android
Beim ersten Ausprobieren überwiegt der Eindruck, dass man über eine Unmenge an Optionen verfügt, die man sich aber Schritt für Schritt erschließen muss. Im Vergleich dazu ist das iPad "primitiv", aber mindestens ebenso stylish und selbst von Menschen zu bedienen, die noch nie einen Computer zu Gesicht bekommen haben.

Das Tablet S läuft mit der neuesten Android-Version und somit kann man auf eine große App-Auswahl zurückgreifen. Es wird sicher jene Anwender ansprechen, die aus der engen Apple-Welt ausbrechen wollen, und denen technische Daten und Möglichkeiten mehr bedeuten als Style und Prestige. Über den Preis wird Sony die Apfel-Konkurrenz nicht ausstechen, denn mit 479 und 579 Euro für die Wi-Fi-Versionen mit 16 bzw. 32 GB sowie 599 für 16GB und 3G verlangt Sony exakt so viel wie Apple.

Nur 149 Euro wird ab November der neue Sony Reader kosten - mit 168 Gramm das kleinste entsprechende Gerät mit sechs Zoll-Bildschirm. Per WLAN wird man auf den neuen Sony Store zugreifen und mit einem Klick Bücher herunterladen können. Mit zwei Features will man gegenüber Oyo&Co punkten: Nicht nur die Größe der Buchstaben lässt sich verstellen, sondern auch die Schriftart. Zudem kann man direkt aus dem Text heraus Wörter in Google oder Wikipedia suchen bzw. nachschlagen.