Wien. Der Kurznachrichtendienst Twitter ist hierzulande vor allem im Bereich Journalismus und Politik ein viel genutzter Service. Immer mehr Medienschaffende sowie ihre Konterparts aus den Parteien nutzen Twitter, um zu diskutieren, (Eigen-)Werbung zu machen oder Informationen einzuholen. Wie genau ihre Interaktionen aussehen und wo die thematischen Schwerpunkte liegen, zeigt die Studie "Twitterpolitik" von der Universität Wien, die am Donnerstag präsentiert wurde. Eine Erkenntnis: Vor allem kurzlebige Themen werden von den Proponenten auf Twitter behandelt.

Die Studienautoren Julian Ausserhofer, Axel Kittenberger und Axel Maireder haben die österreichische Twittersphäre einer genauen Begutachtung unterzogen und 374 User herausgefiltert, die sich in einem Zeitraum von drei Monaten mehrfach zu politischen Themen geäußert haben.

Am liebsten wird laut der Studie "akut" getwittert: Themen, die rasch ausbrechen und sich durch eine gewisse Kurzlebigkeit kennzeichnen, werden überdurchschnittlich intensiv auf dem Kurznachrichtendienst besprochen: Etwa der WKR-Ball, die Debatte um den Büroleiterjob für ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz oder einzelne Protestaktionen. Komplexere Sachverhalte wie etwa die Finanzkrise sind auf Twitter hingegen unterrepräsentiert.

Am aktivsten Österreichs Twitterer aus der Polit-/Medien-Sphäre am Abend. Auch spätnachts wird gerne noch weitergeschrieben, so wird ab 22.00 Uhr gehäuft getwittert, wie die Studie zeigt. Die Interaktion findet jedoch nicht nur zwischen professionellen Kommunikatoren aus Politik und Medien statt. Ein Sechstel der Adressierungen durch Journalisten und Politikern richtet sich an "normale" Bürger, die ebenfalls auf Twitter zu Hause sind und sich rege an den Debatten beteiligen.

Eines zeigte sich ebenfalls: Mehr Follower zu haben, bedeutet automatisch nicht mehr Relevanz. Schon eher gilt, dass auf kommunikationsfreudige User auch öfters referenziert wird. Je häufiger ein Nutzer andere adressiert, desto häufiger wird er selbst erwähnt.