Feierliche Verabschiedung eines Salzschiffs aus Hallein. - © Archiv / Repro: Iris Friedenberger
Feierliche Verabschiedung eines Salzschiffs aus Hallein. - © Archiv / Repro: Iris Friedenberger

Auf das Salzamt schickte die Zeitreisenredaktion die Gemeine mit den Spezialfragen der Rubrik KARTEN GELESEN der September-Ausgabe. Gerhard Toifl, Wien 17, erläutert: "Das Salzamt war eine im Mittelalter übliche Behörde, die den Salzabbau und den Handel mit Salz überwachte und für Nachschub sorgte. Der Salzhandel war ein wichtiges Monopol des Herrschers (Salzmonopol). Die Salzämter waren ... direkt dem Herrscherhaus unterstellte Behörden."

MedR DDr. Othmar Hartl, Linz, richtet den Blick nach Wien: "Salzer hießen Bürger, denen ein kaiserliches Patent das Recht zusprach, auf dem Salzgries das dort auf Schiffen ankommende Salz zu verkaufen." Bereits 1446 erhielten sie eine eigene Ordnung, also ein Berufsstatut. Dieser Berufsstand "war verpflichtet, für die Erhaltung der Ruprechtskirche zu sorgen." Warum gerade diese Kirche im heutigen ersten Bezirk ausgewählt worden war, weiß Mathilde Lewandowski, Payerbach: In Wien war das Salzamt im sogenannten Praghaus untergebracht, das "direkt an den Turm der Ruprechtskirche angebaut" war.

"Freystatt" 1649, Stich von Matthäus Merian d. Älteren. - © Archiv / Repro: Iris Friedenberger
"Freystatt" 1649, Stich von Matthäus Merian d. Älteren. - © Archiv / Repro: Iris Friedenberger

Die Herkunft des Hausnamens, so Prof. Dr. Monika Rath, Wien 7, ist "nicht eindeutig geklärt." Die Tüftlerin zitiert aus einer Urkunde von 1543: "... einer ehrsam Landschaft Haus, das Praghaus, itzo Salzhaus". Das Wiener Salzamt war 1504 von Maximilian I. eingerichtet worden.

Zur Ruprechtskirche informiert Christian Eichinger, St. Pölten: Sie "gilt als eine der ältesten Kirchen in Wien. Nach einer Legende wurde sie im Jahr 740 durch Salzburger Glaubensboten gegründet. Tatsächlich ... befinden sich unter der Peterskirche Fragmente einer . . . Kirche", die eventuell noch älter sein könnten.

Zumindest der Name der Behörde hat sich bis heute gehalten. So erwähnt Dr. Helmut Zemann, Kaisersdorf, das Restaurant "Salzamt" am Ruprechtsplatz.

Würzige Beschwerden


Schon erwähnte Zeitreisende Lewandowski: "Wegen des am 1. April 1824 eingeführten Salzfreihandels wurde das Wiener Salzamt aufgelöst." Dr. Karl Beck, Purkersdorf: Dann "stand das Gebäude bis 1832 leer und war ein "Amt ohne Funktion". So entstand das Sprichwort "Beschwer dich beim Salzamt"."