Die Zeitreisen berichteten schon im Juli 2016 von einem geplanten Projekt der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), das eine intensive Auseinandersetzung mit historischen Ausgaben unseres Blattes anstrebt. Das Vorhaben wird nun, da eine zweijährige Finanzierung gesichert ist, in Angriff genommen. Konkret geht es darum, eine Auswahl von einigen hundert Ausgaben des "Wien(n)erischen Diariums" (1780 in "Wiener Zeitung" umbenannt), verteilt über das 18. Jh., im Volltext zu digitalisieren und durch Annotationen zu erschließen. Dadurch soll der riesige Datenschatz, den das "Diarium" birgt, für Forschende verschiedener Disziplinen, z.B. Zeremonialforschung, Musikgeschichte oder Linguistik, aufbereitet werden.

Das Projektteam um Dr. Claudia Resch, Mag. Anna Mader-Kratky und Dr. Günter Mühlberger lädt nicht nur wissenschaftlich Forschende, sondern auch Sie, liebe Zeitreisende, als historisch Interessierte dazu ein, bestimmte Nummern unseres Blattes aus den Jahrgängen 1703-1799 zu nominieren. Übrigens: Auf der Online-Plattform ANNO der Österr. Nationalbibliothek
(anno.onb.ac.at) sind - neben einer langen Liste anderer historischer Titel - fast alle Nummern unserer Zeitung (bis 1946) einzusehen.

Dem Zeitreisenteam sind schon etliche herausragende Ausgaben untergekommen, etwa die vom 9. Sept. 1789, als unser Blatt unter C. D. Bartsch als erstes Periodikum der Monarchie die französische Erklärung der Menschenrechte abdruckte. Oder jene vom 15. Mai 1717, mit ausführlicher Schilderung von Maria Theresias Geburt und Taufe. Aber vielleicht haben Sie eine ganz andere Lieblingsausgabe?

Vorschläge können bis 31. März per Online-Formular (www.oeaw.ac.at/acdh/de/diarium-nominations) oder Post (ÖAW/ACDH, z.Hd. Dr. Claudia Resch, Sonnenfelsgasse 19, 1010 Wien) abgegeben werden.