- © WZ-Faksimile: M. Szalapek
- © WZ-Faksimile: M. Szalapek

Für 20 Kreuzer konnte man die Kunststücke des Magiers Professor Levieux Galeuchet von den billigen Plätzen auf den Galerien des Wiener Musikvereinssaales (damals noch bei den Tuchlauben) bestaunen. Da der Zauberer immer wieder ins Publikum zu gehen und seine Tricks mitten unter den Leuten auszuführen pflegte, lohnte sich wohl ein teureres Billet fürs Parkett (ab 40 Kreuzer).

Eine seiner Attraktionen - sie ist auch auf der Annonce zu sehen, die am 16. Dezember 1853 in der "Wiener Zeitung" erschien - nannte sich "das zerrissene Kaninchen oder die lebendige Multiplikation". So dokumentiert es ein in der Wienbibliothek im Rathaus erhaltener Programmzettel.

Staunen machte auch das Leben des "orientalischen Hexenmeisters", wie man ihn zuweilen nannte. Ein Würzburger Blatt berichtete anno 1869: Herrscher aus der ganzen Welt, vom Dey von Tunis über den osmanischen Sultan bis hin zum russischen Kaiser, hätten seine Darbietungen bewundert. Reisen führten ihn in die Tartarei, nach China und Sibirien. Er habe die Cholera und "das gelbe Fieber" überstanden. Die Strapazen des Wanderlebens ließen ihn angeblich älter erscheinen, als er war: Damals, 1869, im 41. Lebensjahr. Ob bei dieser phantastischen Vita alles mit rechten Dingen zuging? (reis)