Wem gehört der Wiener Wald? - © Österreichische Nationalbibliothek
Wem gehört der Wiener Wald? - © Österreichische Nationalbibliothek

Das Cover der satirischen Wochenzeitung "Die Bombe" vom 1. Jänner 1920 spielt auf den Interessenskonflikt um die Rohstoffe des Wienerwalds an. Die Winter 1918/19 und 1919/20 waren besonders hart und trieben die notleidende Wiener Bevölkerung zum illegalen Holzsammeln und Roden in den nahen Wald. Doch durch den Verlust Südböhmens fehlte es nicht nur an Nahrungsmitteln und Brennstoff. Auch Tabak war Mangelware. Das für das österreichische Tabakmonopol zuständige Finanzministerium verfügte, dass in erster Linie Rotbuchenlaub zur Streckung des Tabaks verwendet werden sollte. Das Rotbuchenlaub durfte aber nur in reinen Laubwäldern, wie dem Wienerwald gesammelt werden. Der wiederum wurde von den notleidenden und frierenden Wienern parzellenweise gerodet.