Das künstliche Gehirn unter der Südautobahn - © LP/Interfoto/picturedesk.com
Das künstliche Gehirn unter der Südautobahn - © LP/Interfoto/picturedesk.com

Im Jahre 1972 waren zwar Smartphones, Laptops und Clouds noch gänzlich unbekannt, doch die künstliche Intelligenz gab es unter der Erde. Genauer gesagt, unter der Südautobahn. Damit wollte man das damals schon hohe Verkehrsaufkommen auf der Südautobahn vollautomatisch in den Griff bekommen. Das Ergebnis: unter der Betondecke wurden elektrische Leitungen eingebaut, welche die Vibrationen der vorbeifahrenden Autos aufnahmen und an einen Lochkarten-Computer weitergaben. Wurde der Verkehr zu dicht, schlug der Computer Alarm und die Gendarmerie stellte eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf. Eine für damalige Zeit hochmoderne Anlage, die man sich laut Zeitungsbericht vom 6. Jänner 1972 immerhin stolze 150.000 Schilling kosten ließ. "Nicht die Spur wechseln! Verkehrszählung!" stand auf einem Hinweisschild, das so manchen Autofahrer fragend zurückließ. "Und wo steht der Mann vom Dienst, der zählt?"