Auf dem sogenannten "Antifaschismusplatz 2" im Wiener Wurstelprater steht ein in Stacheldraht eingezäuntes, ziemlich seltsames Haus mit einer noch seltsameren Geschichte: das "Kugelmugel-Haus" in der exterritorialen "Republik Kugelmugel". Dabei handelt es sich um ein kugelrundes Holzhaus, das der Vorarlberger Edwin Lipburger 1971 erdacht, entworfen und in Katzelsdorf bei Wiener Neustadt in Niederösterreich erbaut hat. Es kam zu einem langen Streit mit dem dortigen Bürgermeister. Am Höhepunkt der Auseinandersetzungen 1979 wurde Lipburger wegen "Amtsanmaßung" zu zehn Wochen Gefängnis verurteilt, welche er auch verbüßen musste.
1982 fand der Künstler und Freidenker das Verständnis des späteren Bürgermeisters und damaligen Wiener Kulturstadtrats Helmut Zilk, der sich bereit erklärte, das von den niederösterreichischen Behörden verschmähte Bauwerk zu einem Wiener Wahrzeichen zu machen. Später überwarf sich Lipburger auch mit Helmut Zilk.
Das Gebäude steht auf einem Grundstück von kaum 100 m2 Fläche, die vom Künstler mit einem offiziell wirkenden Straßenschild als Antifaschismusplatz bezeichnet wurde.
Die "Republik Kugelmugel hat heute immerhin 611 "Staatsbürger", die über die ganze Welt verteilt leben.
Am 8. Jänner 2015 starb sein Erbauer Edwin Lipburger.