Der Tag des "Pickerl-Peppi", Josef Staribacher - © ÖNB
Der Tag des "Pickerl-Peppi", Josef Staribacher - © ÖNB

Der israelisch-arabische Jom-Kippur-Krieg 1973 führte der industrialisierten westlichen Welt eindrücklich vor Augen, wie abhängig sie vom Erdöl arabischer Länder war. Die Förderländer der OPEC nutzten den Rohstoff als Druckmittel und verhängten ein Embargo gegen die USA und die Niederlande. Die anderen Industrieländer erhielten plötzlich erheblich weniger Öl und der Ölpreis stieg darauf hin kurzfristig bis zu 70 Prozent.

Die Krise, die in ganz Europa Regierungen in Zugzwang brachte, rief vor 44 Jahren auch den österreichischen Handelsminister Josef Staribacher (SPÖ) auf den Plan. Er führte den autofreien Tag ein, der genau am 14.Jänner.1974 in Kraft trat.

Jeder Autofahrer mußte selbst mit Hilfe eines Aufklebers einen Tag festlegen, an dem er sein Gefährt stehen ließ. Das "Pickerl", zeigte diesen Wochentag an und brachte prompt dem populären Langzeit-Handelsminister (1970-1983) einen seiner zahlreichen Spitznamen den "Pickerl-Peppi" ein. Mit der ihm eigenen Selbstironie stellte sich Staribacher daraufhin im benachbarten Deutschland selbst wiederholt als "Ettiketten-Josef" vor.

Das "Pickerl" zeigte die jeweils ersten zwei Buchstaben des Tages, an dem man auf sein Auto verzichten musste. Wer gegen die Regelung verstieß, musste mit empfindlichen Strafen zwischen 500 und 30.000 Schilling rechnen.