Bruno Kreiskys allerletzter Rücktritt - © M.Leckel/ APA-Archiv / picturedesk.com
Bruno Kreiskys allerletzter Rücktritt - © M.Leckel/ APA-Archiv / picturedesk.com

Am 14. Jänner 1987 ertönte ein heftiges Donnergrollen aus der Döblinger Armbrustergasse Nr. 15, das in ganz Europa klar und deutlich zu vernehmen war. Von seinem Wohnsitz aus legte Altkanzler Bruno Kreisky unter Protest seine letzte Funktion zurück: den Ehrenvorsitz seiner Partei, der SPÖ.

Die Gründe für die Verbitterung des Altkanzlers waren vielfältig. Nicht nur, dass Kreisky dem neuen SPÖ-Chef Franz Vranitzky misstraute. Der war seinen eigenen Weg gegangen und hatte die Regierung mit der FPÖ beendet, nachdem Jörg Haider Parteichef geworden war.

In nachfolgenden Koalitionsverhandlungen überließ Vranitzky das Außenministerium Alois Mock und der ÖVP. Für den Internationalisten Kreisky, der Österreich über lange Jahre ins Rampenlicht der politischen Weltbühne zurück geführt hatte, ein schwerer Affront. Und seiner Überzeugung nach ein unverzeihlicher, strategischer Fehler.

Seit damals kam das Außenministerium nie wieder unter SPÖ-Führung und diente Wolfgang Schüssel und zuletzt Sebastian Kurz als erfolgreiches Sprungbrett an die Regierungsspitze.