Ein Ehrengrab für das "Lercherl von Hernals" - © ÖNB 204213-D
Ein Ehrengrab für das "Lercherl von Hernals" - © ÖNB 204213-D

Wer auf dem Hernalser Friedhof das Grab Nummer 11, Gruppe 48 besucht, steht praktisch vor ihr: Betty Fischer, die Königin der Silbernen Operettenära. Am 12. Jänner 1969 wurde die Diva hier in einem Ehrengrab der Gemeinde Wien beigesetzt. Sie starb vergessen im hohen Alter. Und das obwohl sie einst als gefeierter Operettenstar durch ganz Europa tourte.

Eigentlich absolvierte Fischer in frühen Jahren eine Schneiderlehre mit Gesellen- und Meisterbrief. Doch ihre Ambitionen lagen eher im Gesang als in der Schneiderei. Sie nahm Unterricht und entwickelte in Folge einen Sopran mit über dreieinhalb Oktaven.

Über das Raimundtheater und Ronacher kam sie ans Theater an der Wien. Als Debüt sang sie die Valencienne in Die lustige Witwe. 1933 musste Betty Fischer als Jüdin emigrieren, kehrte jedoch 1947 nach Wien zurück. Doch die große Zeit der Operetten war vorbei und das "Lercherl von Hernals" stand nur noch selten auf der Bühne. Sie starb im hohen Alter von 82 Jahren in Wien. Die Diva hinterließ insgesamt 23 Koffer mit 900 exquisiten Kleidern, die sie getragen hatte.