Prozess zum Nittel-Mord. Kreisky sollte entführt werden - © Votava/Imagno/picturedesk.com
Prozess zum Nittel-Mord. Kreisky sollte entführt werden - © Votava/Imagno/picturedesk.com

Aufgrund seiner besonderen Vermittlerrolle im israelisch-palästinensischen Konflikt durch Bundeskanzler Bruno Kreisky (SPÖ) geriet Wien 1981 ins Fadenkreuz des Terrors. So fiel am 1. Mai der Präsident der Österreichisch-Israelischen Gesellschaft, Mitbegründer des Jewish Welcome Service Vienna und Wiener Stadtrat Heinz Nittel (SPÖ) einem Mordanschlag zum Opfer. Es war der erste politisch motivierte Mord an einem Österreicher in der Geschichte der Zweiten Republik.

Wenig später, am 29. August konnten die Täter – zwei Anhänger der palästinensischen Extremistengruppe "Fatah Revolutionärer Rat" des Terroristen Abu Nidal – beim Versuch, die Synagoge in der Wiener Innenstadt zu stürmen, gestellt und verhaftet werden.
Am 18. Jänner 1982 begann der Geschworenenprozess, in dessen Verlauf einer der Terroristen, Hussham Raji, ein sensationelles Bekenntnis abgab: Eigentlich war es das Ziel der Terroristen, Bundeskanzler Bruno Kreisky zu entführen. Doch der Plan wurde geändert, weil die negativen Auswirkungen für die PLO zu gravierend gewesen wären. Zwei der Terroristen wurden zu lebenslanger Haft verurteilt, der mutmaßliche Anführer der Bande kam mit einer 20-jährigen Freiheitsstrafe davon.