Eine Bohrung, die auf eine 100 Millionen Jahre alte Geschichte stieß - © OMV-Bildarchiv
Eine Bohrung, die auf eine 100 Millionen Jahre alte Geschichte stieß - © OMV-Bildarchiv

Streng genommen verdanken wir unser heutiges geologisches Wissen über Niederösterreich und das Wiener Becken der iranischen Revolution von 1979. Denn hätte der Umsturz in Teheran damals nicht die Preise für Öl und Erdgas in die Höhe getrieben, hätte die damalige ÖMV auch nicht ihre rekordverdächtige "Übertiefbohrung" in Zistersdorf gewagt. Das Unternehmen bedeutete schließlich nicht nur eine enorme technische Herausforderung, sondern war auch extrem kostspielig. Bei 7544 Metern Tiefe kam es am 16.1.1980 zum Gasauftrieb. Doch das Bohrloch Zistersdorf ÜT 1 stürzte ein. Zistersdorf ÜT 2A, die bis dahin tiefste europäische Bohrung auf Kohlenwasserstoffe, verfehlte mit einer Endtiefe von 8553 Metern am 31.5.1983 die Lagerstätte. Ökonomisch war das Unternehmen ein herber Rückschlag. Doch die Wissenschaft zehrt davon noch heute. Denn die Rekordbohrung in die rund 100 Millionen Jahre alten Sedimentschichten förderte unbezahlbares Wissen über unsere geologische Geschichte zu Tage.