Als ein Stück Zwentendorf in Linz landete - © VGA E9/1020
Als ein Stück Zwentendorf in Linz landete - © VGA E9/1020

Oberösterreich galt Ende der Siebziger als eines der führenden Bundesländer in der österreichischen Anti-AKW-Bewegung. Schließlich sollte in St. Pantaleon in der Gemeinde Enns-Donauwinkel das zweite österreichische Atomkraftwerk nach Zwentendorf errichtet werden.

So war es nicht weiter verwunderlich, dass die Ankunft der Brennstäbe für das AKW Zwentendorf am Linzer Flughafen Hörsching am 18.Jänner 1978 heftige Proteste auslöste. Schließlich wollte man mit dem ersten auch gleich das zweite österreichische Atomkraftwerk im eigenen Bundesland verhindern.

Außerdem entstand der Verdacht einer Nacht- und Nebelaktion, als die Nuklearelemente unter Stillschweigen in Österreich ankamen und mit Hubschraubern des Bundesheeres ins Kraftwerk gebracht wurden. Man warf der Regierung vor, ohne Zustimmung des Parlaments den Reaktor hochfahren zu wollen, um damit unumkehrbare Tatsachen zu schaffen. Im Gegensatz zu Zwentendorf schaffte es das geplante AKW in Enns-Donauwinkel übrigens nicht mal bis zur Bauruine. Am geplanten Bauplatz rauscht heute friedlich der Wald.