Die kurze Karriere eines Hundsheimer Bürgermeisters - © HERMANN HISTORICA GmbH/ Interfoto/ picturedesk.com
Die kurze Karriere eines Hundsheimer Bürgermeisters - © HERMANN HISTORICA GmbH/ Interfoto/ picturedesk.com

Für viele, die während der Zeit des Nationalsozialismus endlich Karriere machten, endete die erfolgreiche Berufslaufbahn mit Ende des Krieges auch ebenso abrupt. Das gilt auch für einen gewissen Karl Mayer aus Hundsheim bei Bruck an Leitha. 1934 wegen Sprengstoff-Diebstahls im Dienste der Nazis verurteilt, kam seine große Stunde mit der Annexion Österreichs.
Er wurde von den neuen Machthabern nicht nur aus der Haft entlassen, sondern für seine "besonderen Verdienste" zum Blutordensträger und Bürgermeister von Hundsheim ernannt. Nach einer Schlägerei verlor er allerdings den honorigen Posten wieder und es blieb ihm nur sein Blutorden. Doch auch der sollte ihm bald zum Verhängnis werden. Denn nachdem er nach dem Ende des Krieges mit dem "guten Stück" weiterprotzte, wurde ihm kurzerhand der Prozess wegen Verstoßes gegen das Verbotsgesetz gemacht. Trotz aller Beteuerungen und verzweifelter Angaben, er habe einem zum Tode Verurteilten durch seine persönliche Fürsprache das Leben gerettet, wurde er am 21. Jänner 1946 zu drei Jahre Kerker und zum Verfall seines Vermögens verurteilt.