2.517 Damenhalstücher, 2.050 Damenblusen, 400 Kleider, 102 Herrenhemden, 26 Kostüme, 24 Kinder- und Damenmäntel, 15 Herrenanzüge, 1.800 Damengummischlüpfer, 64 Pullover, 800 Meter Stoff und 1.500 kg Dichtungsplatten. Das war die stolze Ausbeute einer Hausdurchsuchung des Polizeikommissariats Leopoldstadt im Jänner 1947. Die Täter waren laut Bericht der "Wiener Zeitung" vom 24. Jänner 1947 honorige Wiener Textilhändler, die die Ware in Ungarn gegen Zigaretten und Lebensmittel tauschen wollten.

Da in den Jahren nach dem Krieg keine geregelte Lebensmittelversorgung bestand, griff die Bevölkerung zur Selbsthilfe. Der Schleichhandel blühte und so manch findige Händler machten beste Geschäfte. Diesen Plan verfolgten offenbar auch besagte Textilhändler, die allerdings allesamt vor dem Wiener Landesgericht für ihre Machenschaften zur Rechenschaft gezogen wurden. Eine Besserung der allgemeinen Versorgungssituation in der Bundeshauptstadt stellte sich erst um 1948 ein. Für einzelne Lebensmittel wurden allerdings noch bis zum 30. Juni 1953 Lebensmittelkarten ausgegeben. Ihr Überleben verdankt die Wiener Bevölkerung wohl letzten Endes vor allem der solidarischen Hilfe durch das Ausland.