Der schaurige Fund, der fast ein Kraftwerk verhindert hätte - © RUDI BRANDSTAETTER / APA / picturedesk.com
Der schaurige Fund, der fast ein Kraftwerk verhindert hätte - © RUDI BRANDSTAETTER / APA / picturedesk.com

Der Bau des Kraftwerks Lambach in Oberösterreich sorgte von Anfang an für heftigen Streit zwischen Befürwortern und Gegnern. Als am 9. Jänner 1996 mit den Rodungsarbeiten begonnen wurde, eskalierte die Situation und Umweltaktivisten besetzten die Baustelle für ganze drei Monate.

Was die hoch emotionalen Auseinandersetzungen endgültig auf die Spitze trieb, war jedoch etwas, womit wirklich niemand gerechnet hatte. Am 25. Jänner 1996 war man während der Aushubarbeiten auf ein Massengrab mit 102 Skeletten gestoßen. Anfangs hielt man die Gebeine für die sterblichen Überreste von jüdischen KZ-Opfern. Das sorgte für Aufregung in höchsten politischen Kreisen und hätte beinahe zu einem Stopp des gesamten Projekts geführt. Doch bei genauerer Untersuchung stellte sich heraus, dass die Funde erheblich älter waren. Es handelte sich um Opfer des Bauernkriegs von 1626. Die Aufregung legte sich und die Gebeine fanden an anderer Stelle ihre letzte Ruhestätte. Heute erinnert nur noch wenig an die damaligen Vorfälle. Das Gebiet wird alljährlich von zahlreichen Besuchern zur Naherholung genutzt.