Der "Lucona"-Prozess beginnt - © Robert Jäger / APA-Archiv / picturedesk.com
Der "Lucona"-Prozess beginnt - © Robert Jäger / APA-Archiv / picturedesk.com

Zu Beginn des Jahres 1990 schaute ganz Österreich gebannt auf den Insassen in Zelle 326 des Gefängnistraktes des Wiener Landesgerichtes, auf Udo Proksch. Der Ex-Mann der Burgschauspielerin Erika Pluhar und der Wagner-Urenkelin Daphne war jahrelang Darling der Wiener Society gewesen. Er kannte jeden, war bestens vernetzt in Wirtschaft und SPÖ.
Doch als ein von ihm inszenierter Versicherungsbetrug aufgedeckt wurde – die Versenkung des Frachters Lucona im Indischen Ozean, bei der sechs Besatzungsmitglieder starben, – konnten ihn auch die besten Beziehungen nicht mehr retten. Proksch flüchtete nach Asien, wurde jedoch knapp zwei Jahre später auf dem Flughafen Wien-Schwechat verhaftet.

Im Rahmen der Untersuchung weitete sich der Fall schnell zum großen politischen Skandal aus. Am Ende mussten 16 Spitzenpolitiker, Beamte und Juristen ihren Hut nehmen, darunter der damalige Nationalratspräsident Leopold Gratz und Innenminister Karl Blecha. Udo Proksch selbst wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Er starb im Jahre 2001 in der Strafanstalt Graz-Karlau.