Der Mann, der seine Goldmedaille verschenkte - © Votava / Imagno / picturedesk.com
Der Mann, der seine Goldmedaille verschenkte - © Votava / Imagno / picturedesk.com

Josef Feistmantl war gerade einmal 24 Jahre alt, als er 1964 in Innsbruck Olympiasieger im Doppelsitzer-Rodeln wurde. Doch der eigentliche Höhepunkt seiner sportlichen Karriere sollte erst noch kommen - wenn auch anders, als er es sich damals vorstellen konnte.
Schon mit 14 Jahren feierte er seine ersten Erfolge als Rodler. Zur damaligen Zeit ein nicht ganz ungefährlicher Sport. Die Schlitten waren oft Selbstkonstruktionen, die Naturbahnen bestanden mehr aus Löchern als aus Schnee oder Eis. Viele seiner Kontrahenten bezahlten ihre Leidenschaft fürs Rodeln mit schweren Verletzungen, manche gar mit dem Leben.

So auch bei den Rodel-Weltmeisterschaft in Königssee 1969, die erstmals auf einer Kunsteisbahn ausgetragen wurde. Feistmantl gewann Gold im Einsitzer, doch wurde sein Sieg überschattet vom tödlichen Unfall des polnischen Meisters Stanislaw Paczka. Spontan verschenkte Feistmantl nach der Siegerehrung seine Goldmedaille der polnischen Delegation. Eine Geste, die ihn zu einer Legende machen sollte.
Als Anerkennung wurde er 1976 auserkoren, bei der feierlichen Eröffnung der Olympischen Spiele in Innsbruck das Olympische Feuer zu entfachen.