Die billigste Polizei der Welt - © Ö Nationalbank
Die billigste Polizei der Welt - © Ö Nationalbank

Nicht ganz ohne Neid blickte die "Linzer Tages-Post" vom 3. Februar 1927 Richtung Graz. Denn wie die Zeitung berichtete, verfügte die Stadt Graz über die mit Abstand billigste Polizei der Welt. Ganze 40 Schilling im Jahre bezahlte die Stadt 1927 für ihren Sicherheitsapparat. Wie die Gemeinde Graz so günstig davonkam, erklärt sich über die enorme Abwertung der Krone während und vor allem nach dem Krieg sowie der darauf folgenden Einführung des Schillings im Jahre 1925.
Denn ursprünglich bezahlte Graz 400.000 Kronen an den Bund, dafür dass der alle Sicherheits- und Polizeiaufgaben in der Stadt übernahm. Doch auf Grund der Hyperinflation, insbesondere im Jahre 1922 verloren die 400.000 Kronen in kürzester Zeit ihren Wert und waren nach der Währungsreform nur noch ganze 40 neue Schilling wert. Da der Bund den enormen Wertverlust von Vermögen bei der Umstellung auf den Schilling mehr oder weniger negierte, machte sich das die Stadt Graz kurzerhand zu Nutze und erhielt ihre Sicherheit zum unschlagbaren Diskontpreis.