Es war auf dem Höhepunkt der weltweiten Ölkrise, als sich die österreichische Bundesregierung im Jahr 1973 entschloss, einen autofreien Tag einzuführen. Unter dem Druck des Ölembargos der OPEC-Staaten musste einmal pro Woche in ganz Österreich jedes Privat-Auto stehen bleiben.

Doch damit nicht genug, sollte auch in anderen Bereichen fleißig Öl eingespart werden. Also wurden ein Jahr später zusätzliche Ferien zum Semesterwechsel eingeführt. Eine Woche weniger heizen in allen Schulen des Landes, das klang nach einer großen Ersparnis. Zumal die meisten Schulen damals mit Heizöl beheizt wurden. Die Energieferien waren geboren.
Am 10. Februar begannen sie erstmals auch im Westen des Landes. Und wurden sogleich von den ÖsterreicherInnen freudig angenommen und werden bis heute ausgiebig zum Skiurlaub genutzt. Dank der Energieferien ist der Februar der umsatzstärkste Monat im Wintertourismus.

Vom eigentlichen Energiespar-Gedanken ist bis heute nicht viel zu spüren. Denn was in den Schulen an Heizkosten eingespart wird, wird durch die Anreise zu den Skigebieten mehr als wieder aufgehoben. So ist aus der ambitionierten Idee des Energiesparens von einst längst eher ein allgemeines Energieauftanken geworden.