Großer Staatsempfang für Karl Schranz - © ÖNB / Kern, F. FO503749/01/34
Großer Staatsempfang für Karl Schranz - © ÖNB / Kern, F. FO503749/01/34

Die Olympischen Spiele 1972 in Sapporo endeten für Karl Schranz, bevor sie überhaupt begonnen hatten. Nachdem er wegen Verstoßes gegen die Amateurbestimmungen von den Spielen ausgeschlossen worden war, landete er am 8. Februar wieder in Wien-Schwechat.
Doch was als Schmach begann wurde für ihn zum größten Triumph seines Lebens. Denn in Österreich wollte man sich mit dem Ausschluss von Schranz nicht abfinden und bereitet dem Skihelden einen triumphalen Empfang. Schon am Flughafen warteten 7.500 Fans auf ihn, darunter die gesamte ÖVP-Führung.
Die Flughafen-Autobahn A4 gab es damals noch nicht. Also standen an der Strecke vom Zentralfriedhof entlang der Simmeringer Hauptstraße bis zum Ballhausplatz knapp 100.000 Wiener zu Ehren des Tirolers Spalier.
Beim anschließenden Empfang des damaligen Bundeskanzlers Bruno Kreisky am Ballhausplatz musste Schranz drei Mal auf den Balkon, um die Menge zu begrüßen. Kreisky war wegen seiner Reminiszenzen an den hysterischen Menschenauflauf bei Hitlers Einmarsch 1938 nicht bereit mit Schranz vor die Massen zu treten.

Die Begeisterung der Wiener kannte kaum Grenzen. Was leider auch der damalige Präsident des Österreichischen Olympischen Comitées, Dr. Heinrich Pruckner zu spüren bekam. Unmittelbar nach dem Empfang wurde seine unweit des Heldenplatzes liegende Wohnung Ziel eines Brandanschlages.