Der erste Wiener Opernball nach dem Kriegsende - © ÖNB
Der erste Wiener Opernball nach dem Kriegsende - © ÖNB

Es war eine bitterkalte, sternenklare Winternacht, als am 9. Februar 1956 ein Fest gefeiert wurde, wie es Wien seit Kriegsende nicht mehr gesehen hatte – der erste Opernball seit 17 Jahren.
Keine Frage – es ging damals sozial und wirtschaftlich wieder aufwärts. Sinnbildlich dafür war erst einen Tag zuvor die Rolltreppe in der Opernpassage eingeweiht worden. Die erste Wiener Rolltreppe überhaupt! Doch der Opernball, der Ball der Bälle, stellte dieses Ereignis weit in den Schatten. Über 400 Debütanten warteten ungeduldig bis es endlich wieder hieß: "Alles Walzer!".
Eine teure Angelegenheit war der Opernball aber auch schon damals: 100 Schilling kostete der Eintritt für das Komitee, normale Gäste mussten gar das dreifache bezahlen. Dennoch ließ sich die Wiener Hautevolee oder was sich dafür hielt nicht lange bitten – endlich konnte man wieder feiern wie in alten Zeiten. Das erste Tanzfest in der wieder errichteten Staatsoper – ein gesellschaftliches Ereignis ersten Ranges, dem noch viele weitere folgen sollten.