60 Polizisten werden bei einer Opernballdemo verletzt. - © Newald / APA-Archiv / picturedesk.com
60 Polizisten werden bei einer Opernballdemo verletzt. - © Newald / APA-Archiv / picturedesk.com

Es war eine lange und gewalttätige Nacht im Herzen Wiens. Mehrere tausend Teilnehmer hatten sich zur Opernballdemo 1990 angemeldet. Schon im Vorfeld gab es diesmal zahlreiche Übergriffe von rechtsnationalen Hooligans und Skinheads mit Schlagstöcken, Leuchtraketen und sogar Messern. Die Polizei versuchte daraufhin, die Demo gewaltsam aufzulösen. In der Folge kam es überall in der Wiener Innenstadt zu stundenlangen Kämpfen zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Scheiben eines Supermarktes wurden eingeschlagen, der Laden zum Teil geplündert. Die heftige Militanz der Proteste ließ die Polizei entsprechend reagieren.
Das Fazit am nächsten Morgen: Dutzende Verletzte auf beiden Seiten, 30 Personen wurden festgenommen und zum Teil längere Zeit in Haft behalten.

In den nachfolgenden Jahren wurde es zunehmend ruhiger rund um den Opernball, erst 2001 unter der ersten schwarz-blauen Regierung flammte der Protest wieder auf. Heute haben sich die Demonstrationen zunehmend auf den Wiener Akademikerball verlagert.