Jack Unterweger wird in Miami festgenommen - © Bill Cooke / AP / picturedesk.com
Jack Unterweger wird in Miami festgenommen - © Bill Cooke / AP / picturedesk.com

Er war Literat, Frauenheld und Österreichs berühmtester Serienmörder. Jack Unterweger hielt in den 90er-Jahren nicht nur Österreich in Atem.

Geboren als unehelicher Sohn eines US-Soldaten und einer Wiener Prostituierten wird er 1976 wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Gefängnis beginnt er sich weiterzubilden und Romane zu schreiben. Österreichs Kultur-High-Society feiert ihn als "Häfenpoeten". Als Musterbeispiel einer Resozialisierung kommt Unterweger 1990 nach 16 Jahren Haft vorzeitig frei. Es beginnt eine glamouröse Zeit als Party-Liebling und gut bezahlter Autor.
Doch sechs Monate nach seiner Entlassung beginnt eine Serie von Morden an Prostituierten, die alle auf die gleich Art getötet wurden. Unterweger gerät erneut in Verdacht. Er flüchtet über die Schweiz in die USA, wo er am 27. Februar 1992 vom FBI in Miami festgenommen wird.

Unterweger bestreitet alles, doch die Indizienlage ist erdrückend. Zwei Jahre später wird Jack Unterweger von einem Grazer Geschworenengericht wegen neunfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Nur wenige Stunden nach der Verurteilung begeht Unterweger in seiner Zelle Selbstmord. Der Knoten, an dem er sich erhängt, ist auf die gleiche Weise geknüpft wie die Schlingen, die um die Hälse der Prostituierten gelegt worden waren.