Seit Wien am 11. Jänner 1922 zu einem selbstständigen Bundesstaat erklärt wurde, hatte Niederösterreich keine eigene Hauptstadt mehr. Verständlich, dass da immer wieder der Ruf nach einer eigenen Landeshauptstadt laut wurde. Und so kam es am 2. März 1986 unter dem Motto "Ein Land ohne Hauptstadt ist wie ein Gulasch ohne Saft" zur Volksbefragung.
1,2 Millionen Niederösterreicher waren wahlberechtigt, 61,3% von ihnen nahmen teil. Für ein direktdemokratisches Sachvotum eine ungewöhnlich hohe Beteiligung. Das Ergebnis fiel eindeutig aus: 56% waren für eine eigene Landeshauptstadt. Sankt Pölten führte in der Gunst mit 45%, welches sich damit klar vor Krems mit 29% platzierte. Städte wie Baden (8%) oder Tulln (5%) blieben klar abgeschlagen.
Die entsprechenden Beschlüsse wurden vom Landtag schnell gefasst, 10 Jahre später war die komplette Verwaltung bereits übersiedelt, ein hochmodernes Regierungsviertel war auf der grünen Wiese neu errichtet worden.