Das Brot der frühen Jahre - © ÖNB / Blaha
Das Brot der frühen Jahre - © ÖNB / Blaha

Die Ernährungslage in Wien und Österreich war nach dem 2. Weltkrieg extrem angespannt. Um eine Hungersnot zu vermeiden, wurde Österreich im Sommer 1945 in das Hilfsprogramm der UNRRA einbezogen. Die "United Nations Relief and Rehabilitation Administration" war als internationale Hilfsorganisation mit der Aufgabe gegründet worden, die im Krieg verwüsteten europäischen und asiatischen Länder beim Wiederaufbau zu unterstützen.

Im Rahmen dieses Programms wurde Österreich ein Kredit von 59 Millionen Dollar bewilligt. Die Hilfsmittel kamen dabei größtenteils aus Amerika, Indien und Südafrika.

Am 8. März 1946 war es dann soweit: Der erste Transport mit Lebensmitteln aus den USA traf in Wien ein – 29 Waggons mit über 440 Tonnen Weizen. Als die mit den Farben Österreichs geschmückte Lokomotive um 10 Uhr endlich auf dem Güterbahnhof der Ostbahn einfuhr, wurde der Zug schon sehnsüchtig erwartet. Zum offiziellen Empfangskomitee gehörten Bundeskanzler Leopold Figl und der Wiener Bürgermeister Theodor Körner. Mit festlichen Ansprachen hielt man sich damals nicht lange auf, der Weizen wurde umgehend entladen und in die nahegelegenen Ankerbrotwerke befördert.