Es brodelte mächtig in Österreichs Politlandschaft Ende der 70er-Jahre. Umweltschutz und Ökologie waren in aller Munde, immer mehr Bürgerinitiativen machten von sich reden. Der Sieg bei der Volksabstimmung über Atomenergie gab der alternativen Protestbewegung zusätzlichen Auftrieb. Als Konsequenz daraus gründete sich die "Vereinte Grüne Österreichs" (VGÖ), ein Sammelbecken bürgerlich-konservativer Umweltschützer und prominenter Sympathisanten wie Konrad Lorenz, Friedensreich Hundertwasser und Alexander Tollmann. Im März 1982 wurde die VGÖ eine offizielle Partei. Sie gilt heute als eine der beiden Vorgängerorganisationen der "Grünen" in Österreich.
Inhaltliche Differenzen und unterschiedliche Erwartungshaltungen führten jedoch rasch zu Abspaltungen wie "VGÖA", "Grüne Demokraten" oder "Bürgerliche Grüne Österreichs". In der Folge rückte die VGÖ immer weiter nach rechts, moderate Mitglieder traten aus. Ein Vorsitzender nach dem anderen gab sich die Klinke in die Hand, bis schließlich bei der Nationalratswahl 1994 der Nullpunkt erreicht war: Mit nur 0,1% der Stimmen versank die VGÖ in der Bedeutungslosigkeit. Der Wahlkampf brachte zudem immense Schulden mit sich, sodass die VGÖ zwei Jahre später in Konkurs ging und amtlich aufgelöst wurde.