Ein Elektronik-Pionier zeiht den Stecker - © ÖNB
Ein Elektronik-Pionier zeiht den Stecker - © ÖNB

Man darf das ruhig revolutionär nennen, was Hubert Bognermayer da im "elektronischen Försterhaus" Anfang der 80er-Jahre schuf. Fern ab etablierter Zentren elektronischer Musik wie Düsseldorf, Manchester oder Sheffield erforschte er zusammen mit Harald Zuschrader die Möglichkeiten des Musikcomputers Fairlight CMI, des ersten digitalen Synthesizers mit Sampling-Technik.

Als Auftragsproduktion für die Ars Electronica entstand in der Folge das Album "Erdenklang Computerakustische Klangsinfonie". Es war die erste Platte auf Basis dieser neuen Produktionstechnik, die von Hubert Bognermayr und Ulrich Rützel als "Computerakustische Musik" bezeichnet wurde. Live-Premiere war 1982 im Brucknerhaus in Linz, wo das Stück zusammen mit einem Tanztheater aufgeführt wurde. Die 1983 erschienene "Bergpredigt – Oratorium für Musikcomputer und Stimmen" verfestigte Bognermayrs Ruf und stellt bis heute einen Meilenstein in der Computermusik dar.

Auch in den folgenden Jahren machten Bognermayr und Zuschrader immer wieder durch musikalische Innovationen auf sich aufmerksam. So gründeten sie 1988 das Blue Chip Orchester, für das sie gänzlich neue Instrumente wie die Ultraschallharfe und die Donautuba entwickelten.

Am 17. März 1999 schied Hubert Bognermayr freiwillig aus dem Leben.