Es war ein mehr als denkwürdiges Ereignis, als John Lennon und Yoko Ono 1969 im Wiener "Hotel Sacher" eine Pressekonferenz abhielten. Die Beatles waren Geschichte, stattdessen veranstaltete man unter dem Motto "Make love, not war!" ein Happening, indem man seine Flitterwochen ausnahmslos im Bett verbrachte.

Nicht ganz ausnahmslos, wohlgemerkt. Zur Welturaufführung ihres Films "Rape", den sie im Auftrag des ORF inszeniert hatten, kamen John Lennon und Yoko Ono für einen Tag nach Wien. Internationale Fernsehteams und Fotografen eilten herbei, alles wartete auf das damals berühmteste Ehepaar der Welt.

Als es dann gegen 17 Uhr wirklich im altehrwürdigen "Roten Salon" des "Sacher" erschien, war das Rätselraten groß. Denn John Lennon und Yoko Ono waren während der gesamten Pressekonferenz nicht zu sehen, sondern blieben verhüllt in einem Sack. Nach 20 Minuten war der Spuk vorbei, die vereinte Presse blieb ratlos zurück. Zurück blieb auch ein Schnürsenkel von John Lennon, und zwar auf Franz Schuberts Grab am Zentralfriedhof. Den hatte er einen Tag später dort auf dem Weg zum Flughafen abgelegt, quasi als eine Ehrerbietung von Genie zu Genie.