Als am 4. April 1972 der Spatenstich für das erste österreichische Atomkraftwerk in Zwentendorf erfolgte, konnte niemand ahnen, dass damit auch der Grundstein zu einer landesweiten Bürgerbewegung gelegt wurde. Zwentendorf sollte das erste von drei geplanten Kernkraftwerken in Österreich werden. Doch ab dem Jahr 1975 kam es zu immer stärkeren Protesten, die auf ihrem Höhepunkt über 500.000 Menschen umfassten.

Zwentendorf spaltete das Land: Auf der einen Seite die Industrie und SPÖ-Alleinregierung, auf der anderen die protestierenden Bürger. In Erwartung eines zustimmenden Ergebnisses entschloss sich Kanzler Kreisky 1978 zu einer Volksabstimmung. Das Ergebnis ist bekannt: 50,47% stimmten gegen das Kernkraftwerk, und damit gegen die Nutzung von Atomkraft in Österreich. Zwentendorf ist damit das einzige Kernkraftwerk weltweit, das komplett fertiggestellt wurde und doch nie ans Netz ging. Selbst die radioaktiven Brennstäbe lagen schon bereit.

Heute wird in Zwentendorf gleichwohl Strom erzeugt: 1.000 Photovoltaikpaneele auf der Fläche des alten AKWs sorgen für saubere Energie aus Sonnenstrahlen.