- © Peter Kneffel/EPA/picturedesk.com
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Ein grelles Licht am Himmel. Ein lauter Knall. Zitternde Fensterscheiben. Etwas Unheimliches spielte sich ab in jener Nacht vom 6. April 2002. Noch über 200 Kilometer entfernt war die Helligkeit des Meteors – denn darum handelte es sich bei diesem Himmelsphänomen – zu erkennen.
Dabei hatte sich eigentlich nichts Ungewöhnliches ereignet. Jedes Jahr fallen Millionen Meteoriten vom Himmel. Die meisten von ihnen verglühen allerdings bereits beim Eintritt in die Erdatmosphäre. Nur die größten Exemplare schaffen es bis zur Erde. So wie in dieser Nacht.
Kaum war die Absturzstelle bekannt, machten sich Scharen von Hobbyforschern und Wissenschaftlern auf, um nach dem Meteoriten zu suchen. Die ersten beiden Teile wurden in der Nähe von Schloss Neuschwanstein gefunden, was dem Meteoriten seinen Namen gab. Doch das größte Stück entdeckte ein deutscher Physiker auf österreichischem Gebiet nahe der Gemeinde Reutte.
Worauf ein grenzübergreifender Rechtsstreit einsetzte. Denn in Österreich gelten Meteoriten rechtlich als "herrenlose Gegenstände", in Deutschland als "Schatz". Schließlich konnte man sich doch gütlich einigen. Der geschätzte Wert von Neuschwanstein III beträgt übrigens mehrere hunderttausend Euro. Nicht schlecht für einen herrenlosen Gegenstand.