Es war ein denkwürdiger Tennis-Marathon, der sich an jenem Freitagabend im Jahr 1989 im Wiener Dusika-Stadion zutrug – und am Ende, knapp vor 22 Uhr, die 6000 begeisterten Zuschauern von den Sitzen riss: Horst Skoff hatte soeben den Weltranglistenzweiten Mats Wilander im Zweitrundenduell der Daviscup-Weltgruppe zwischen Österreich und der Tennis-Großmacht Schweden niedergerungen. "Ein Traum wurde wahr", stammelte der völlig ausgepumpte 20-jährige Kärntner, der zwischenzeitlich schon von Krämpfen geplagt worden war, ins Mikrofon, während die berühmten "Horsti"-"Horsti"-Rufe durchs Oval schallten.

Skoff und Wilander schrieben insofern Geschichte, als es damals das längste Daviscup-Match nach Einführung der Tiebreak-Regelung war – exakt 6:04 Stunden standen die beiden beim 6:7,7:6,1:6,6:4,9:7-Erfolg von Skoff auf dem Sandplatz. So groß die Euphorie an diesem Freitag auch war, der Sieg war letztlich ein Muster ohne Wert: Am Ende hatten die Österreicher, die ohne den kurz davor in Key Biscayne von einem Autofahrer verletzten Thomas Muster antreten mussten, keine Chance und unterlagen 2:3. Auch, weil Skoff nach dem Kraftakt gegen Wilander gegen Stefan Edberg am Sonntag völlig leer war und glatt in drei Sätzen unterlag. Für Tennis-Österreich und den 2008 viel zu früh verstorbenen Skoff war das Match aber ein unvergessliches Highlight.