Ein Dorf um einen Schilling - © ÖNB / Scheidl
Ein Dorf um einen Schilling - © ÖNB / Scheidl

"Reds nit, tuats was" – das war zeitlebens das Motto von Hermann Gmeiner, dem Gründer der SOS-Kinderdörfer. Und wie er tat! Kaum aus dem Krieg heimgekehrt engagierte er sich neben dem Medizinstudium unermüdlich in der kirchlichen Jugendarbeit. Doch die ärmlichen Zustände in den Waisenheimen in Innsbruck ließen ihn nicht länger ruhen, bis er zusammen mit Gleichgesinnten ein Grundstück in der Gemeinde Imst erwarb und seine Vision eines Kinderdorfes in die Realität umsetzte. "Man muss den Waisenkindern eine Mutter, Geschwister, ein Haus und ein Dorf geben", so seine Idee. Von Behörden und Politikern als Sozialspinner abgetan, wandte sich Gmeiner direkt an die Bevölkerung und bat um eine Spende von einem Schilling im Monat. Am 15. April 1951 war es dann soweit: Fünf ausgebildete Mütter zogen mit 45 Waisenkindern in das erste SOS-Kinderdorf.

Doch Imst war nur der Anfang: Aus dem einen Dorf in Tirol sind mittlerweile über 550 SOS-Kinderdörfer in mehr als 130 Ländern geworden, in denen 76.000 Kinder und Jugendliche ein schützendes Heim gefunden haben.