Ein ganz süßes Paar - © ÖNB
Ein ganz süßes Paar - © ÖNB

Liebe geht durch den Magen, so sagt man. Bei Kaiser Franz Joseph I. und der Schauspielerin Katharina Schratt war es ganz sicher so. Denn jeden Morgen ließ sich der Kaiser von seiner angeblichen Geliebten einen Gugelhupf backen. Kennengelernt hatten sich die beiden 1885 beim Ball der Industriellen. Sie war 32, verheiratet und eine der beliebtesten Schauspielerinnen ihrer Zeit. Er war einsam und melancholisch. Die Beziehung zu ihr gab dem damals 55-jährigen Kaiser wieder Kraft und Lebensvermögen, heißt es.

Kaiserin Sisi blieb die Beziehung natürlich nicht verborgen. Doch sie förderte den Kontakt ihres Mannes zur Schratt sogar, um so frei zu sein und alleine reisen zu können.

Der Kaiser überhäufte die Schauspielerin fortan mit Geschenken, kaufte ihr eine Villa nahe dem Schloss Schönbrunn und tilgte immer wieder ihre enormen Spielschulden, die sie am Roulette-Tisch machte. Nur den gewünschten Einfluss auf das Burgtheater, an dem sich Schratt mit dem Direktor verkracht hatte, verweigerte ihr der Kaiser. Nach dem Tod Franz Josephs lebte Katharina Schratt zurückgezogen in Wien. Als sie am 17. April 1940 verschied, starb sie im gleichen Alter wie der alte Kaiser.