Das Schönbrunn des 20. Jahrhunderts - © ÖNB
Das Schönbrunn des 20. Jahrhunderts - © ÖNB

Am Anfang stand ein ehemaliges Ziegeleigelände am Südosthang des Laaer Bergs. Zu Zeiten des Stummfilms hatte das Areal um den eigens dafür angelegten Filmteich ("Filmteichstrasse") einst als Drehort für Monumentalfilme wie "Sodom & Gomorrha" von Michael Curtis (Mihály Kertész) gedient. Nun war die Gegend verwildert und zum Mistabladeplatz verkommen. Höchste Zeit also, so dachte sich der Wiener Gemeinderat, hier ein neues Monumentalwerk zu inszenieren – die Internationale Gartenschau.
Am 18. April 1974 war es dann soweit – zum zweiten Mal wurde in Wien die Internationale Gartenschau, die "WIG 74", eröffnet. Sie bildete die Geburtsstunde des heutigen Kurparks Oberlaa mit der Therme Wien. Auf über einer Million Quadratmetern stellten fortan 25 Nationen ihr gartenbautechnisches Können zur Schau. Eine Einschienenbahn, ein Vergnügungspark und ein Fitness-Parcour sorgten für zusätzliche Attraktionen.

Das Presseecho war sehr kritisch, doch für Bundeskanzler Bruno Kreisky (SPÖ) kam die Anlage gar einem "Schönbrunn des 20. Jahrhunderts" gleich. Die 600 Millionen Schilling teure Ausstellung lockte dennoch über 2,6 Millionen Besucher in den Süden Wiens, bis sie schließlich im Oktober 1974 in eine öffentliche Parkanlage umgewandelt wurde.