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Das Schicksal meinte es damals nicht gut mit der "Pummerin". An einem der letzten Kriegstage noch stürzte sie aus dem brennenden Glockenstuhl des Stephansdoms in die Tiefe und zerbrach.
Aus dem geborgenen Metall der alten Glocke (das noch von Türkenkanonen aus 1683 stammte) und Teilen von zwei ebenfalls abgestürzten Glocken aus dem Dom sowie Material aus den Beständen der Glockengießerei in Sankt Florian wurde 1950 versucht, eine "neue Pummerin" zu gießen.
Noch einmal machte Feuer die Pläne zunichte. Die Verdämmung gab nach, die 1.300° heiße Glockenspeise trat aus und setzte die Zuschauertribüne in Brand.
Erst ein Jahr später gelang der Neuguss. Die neue "Pummerin" wurde von Oberösterreich nach Wien geschickt. Die Heimkehr über die alliierten Sektorengrenzen hinweg kam einem landesweiten Triumphzug gleich. Überall standen die Menschen an der Straße und jubelten.
Als die "Pummerin" schließlich am 26. April 1952 am Stephansplatz ankam, wurde sie noch am selben Tag von Kardinal Theodor Innitzer geweiht. Die "Stimme Österreichs" konnte bald danach wieder erklingen.