Die Wolken wirkten bedrohlich, aber der erwartete Regen blieb aus: Rund 115.000 Fans konnten ihr AC/DC-Konzert im obersteirischen Spielberg im Trockenen genießen. Der 14. Mai 2015 war ein Feiertag, Christi Himmelfahrt. Angus Young, als einziger von der Originalformation noch Teil der Band, war wenige Wochen zuvor 60 Jahre alt geworden. Für den Auftritt warf er sich in die bekannte Schuluniform und rockte, was das Zeug hielt. Die Zeitungen berichteten im Anschluss euphorisch: "Angus dominiert die Bühne, pusht den Sound mit seinen kompromisslosen Riffs, beeindruckt mit allgegenwärtigen Soli", schrieben die Salzburger Nachrichten. Noch 25 Kilometer weiter habe man die Bässe hören können, freute sich die "Kleine Zeitung". "Rock or Bust" und eine gewaltige Pyro-Show hatten den Abend um dreiviertel Neun eröffnet. Viele Besucher waren zu dem Zeitpunkt schon einige Stunden dort: Bereits um 15:00 war Einlass gewesen, Rotes Kreuz und Polizei berichteten, dass die ersten aber schon um 14:00 da waren.

Um zehn am Abend war es auch schon wieder vorbei. Zwei Zugaben, eine davon "Highway to Hell" und alle 115.000 (abgesehen von jenen, die auf dem Gelände campten) strebten nach Hause. Wer mit dem Auto da war, musste zwei Stunden im Stau zur S36 ausharren. Wer öffentlich gekommen war – wie zum Beispiel AC/DC selbst, die waren mit dem Zug da –, war etwas besser dran. Die Bilanz ansonsten: Ein demolierter Getränkestand und 300 Leichtverletzte. Die Einsatzleiterin, die Bezirkshauptfrau von Murtal, Ulrike Buchacher, war "sehr zufrieden". Der Konzertveranstalter, die LS Konzertagentur, konnte sich noch fast ein Jahr später freuen: Das Spielberg-Konzert von AC/DC wurde als "Konzert des Jahres" mit dem deutschen Live Entertainment-Preis 2016 (LEA) ausgezeichnet.