"Selbstbedienung spart Zeit" proklamierte dieser neuartige "Konsum" in der Wiener Reichsstraße (Wiener Straße) in Linz, der am 27. Mai 1950 eröffnete. Dieser Konsum war das erste "echte" Selbstbedienungsgeschäft in Österreich, denn im Kaufhaus, beim Greißler und im Fachgeschäft wurde man selbstverständlich bedient. Die Wiener Reichsstraße gehörte zur amerikanischen Zone und so war die Konsumgenossenschaft in Linz die Erste, die das neue Konzept der Selbstbedienung umsetzte.

Es wurde ein voller Erfolg, trotz anfänglicher Skepsis. Schon im Juli wurde in Linz der zweite Konsum in Selbstbedienung eröffnet. "In diesen ersten Selbstbedienungsläden gab es bereits alle Grundelemente, die Selbstbedienungsläden seither kennzeichnen, den getrennten Ein- und Ausgang, den langgestreckten Grundriss, die durchgehende Mittelgondel und die Wandregale auf beiden Längsseiten, das Drehkreuz am Eingang und den Zwang, an allen präsentierten Waren vorbeizugehen", fassen die Autoren der "Österreichischen Handelsgeschichte" zusammen.

Das Konzept ist bis heute erfolgreich. Schon in den 1960er-Jahren betrug der Anteil der Spontankäufe bei Selbstbedienung 50 Prozent.