Zur Sinnfrage - © ÖNB
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Der an diesem Tag verstorbene Wiener Paul Meissner hinterließ bedeutende Werke – wie beispielsweise "Hiroshima-Zyklus" oder die "Golgatha-Bilder" des Triestiner Altars, er prägte als Mitglied und Präsident der Wiener Secession auch maßgeblich die Kunstschaffenden seiner Zeit. Eine seiner bekanntesten Auftragsarbeiten ist "Das Wunderteam" (1948), dass die von 1931 bis 1933 erfolgreiche Österreichische Fußballnationalmannschaft bei ihrem Einlauf ins Stadion in England porträtiert.

Seine Ausbildung absolvierte er an der Akademie der bildenden Künste (bei Ferdinand Andri), bereiste 1934/1935 Italien (Studium bei Oppi und De Chirico) und schuf in seiner Frühzeit figurale Darstellungen und Porträts. Besonders einprägsam sind seine Porträts im Historischen Museum der Stadt Wien. Seine weiteren Arbeiten weisen mehrfachen Stilwechsel auf (Realismus, Symbolismus).

1950 erhielt er den Österreichischen Staatspreis für bildende Kunst (Förderungspreis für Malerei) und das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien. Paul Meissner beschäftigte sich gerne und publikumswirksam mit den Sinnfragen des Lebens – dies stellte er auch immer wieder in seinen Bildern dar.

Malerei war für ihn ein "Exerzium mit jeweils ungewissem Ausgang". Das bedeutet, für ihn war nicht das vollendete Werk von Interesse, sondern der Vorgang des Malens selbst. Die bemalte Leinwand war für ihn bloß ein Relikt. Zu Anfang seines Schaffens malte er figurativ, später malte er nur mehr abstrakte Bilder. Dazu sagte Meissner 1969: "Ich gehöre zu der Generation, die abstrakt zu malen begann, weil sie die menschliche Fratze unverschleiert gesehen hat und ihr kein Abbild mehr setzen wollte." Meissner starb am 2. Juni 1983 Wien.