Es werde (Ampel-)Licht! - © Landesbildstelle W / NÖ / Bgl.
Es werde (Ampel-)Licht! - © Landesbildstelle W / NÖ / Bgl.

Im Anschluss an die Elektrifizierung von Haushalten und der Straßenbahn – und letztlich durch die steigende Automobilisierung der Bevölkerung, entschied Wien sich für seine erste Ampel. Am 4. Juni ging diese an der Opernkreuzung im 1. Bezirk in Betrieb. Die Aufregung war groß – denn noch war den Autofahrern als auch den Fußgängern, Radfahrern und Fuhrwerken das sogenannte Lichtsignal nicht vertraut. Das Bild war für heutige Begriffe lustig: Die ersten Ampeln in Wien wurden ja händisch, über einen Kurbelschalter betätigt. Vielleicht auch aus dem Grund der Verunsicherung der Verkehrsteilnehmer folgte 1951 die erste Fußgängerampel – am Stock-im-Eisen-Platz im 1. Bezirk. 1956 wurde die erste automatische Ampelanlage, an der Kreuzung Argentinierstraße und Gußhausstraße im 4. Bezirk, errichtet. Die Stadt hatte sich vorab davon überzeugt, dass eine Verkehrsregelung durch Lichtsignale bei Eisenbahnen und in der Schifffahrt gut funktioniert. 1962 wurde in der Wiener Rossauer Kaserne eine eigene "Verkehrsleitzentrale" eingerichtet. Zuerst waren es zehn Ampelanlagen im Bereich des Schottentores, die zentral angesteuert werden, ergänzt durch drei Kameras zur Verkehrsbeobachtung.

Acht Jahre später waren von den damals bestehenden 448 Ampelanlagen bereits 130 an die Verkehrsleitzentrale angeschlossen.

Die Lichtsignalanlagen wurden bald adaptiert und als einfache Hängesignale mit Rot, Gelb und Grün ersetzt. Mittlerweile gibt es zahlreiche Bedarfsampeln – dort kurbelt aber niemand mehr, sondern ein Sensor gibt der Ampel Bescheid, wenn jemand die Kreuzung passieren möchte.